Für Geologen ist die Sache klar: Marmor ist Kalkstein, der durch Hitze und Druck umgewandelt wurde und dabei vollständig rekristallisiert ist. Im Steinhandel dagegen heißt fast jeder polierbare, dekorative Stein Marmor. Beide Sprachen sind seit Jahrhunderten in Gebrauch. Wir finden, du solltest beide kennen.
Unsere Steine, genauer betrachtet
Nero Marquina · Baskenland, Spanien
Ein schwarzer, teils rekristallisierter Kalkstein mit weißen Calcit-Adern.
Nero Portoro · Ligurien, Italien
Ein feinkörniger schwarzer Kalkstein von der Küste bei Porto Venere. Die goldenen Adern enthalten Eisenverbindungen wie Limonit und Pyrit.
Arabescato Orobico Grigio · Lombardei, Italien
Er stammt aus dem Val Brembana in den Bergamasker Alpen. Geologisch ein gebänderter Kalkstein aus der Trias, entstanden vor rund 225 Millionen Jahren auf einer tropischen Flachwasserplattform – vergleichbar mit den heutigen Bahamas. Die bewegte Zeichnung, der er den Namen „Arabescato" verdankt, geht unter anderem auf Eisenoxide zurück.
Rosso Levanto · Ligurien, Italien
Das tiefe Rot kommt aus der Umgebung von Levanto an der ligurischen Küste. Geologisch ist Rosso Levanto eine serpentinitische Brekzie: zerbrochenes Gestein aus dem Erdmantel, das einst unter einem Ozean lag und von einem Netz weißer Calcit-Adern wieder zusammengekittet wurde.
Verde Alpi · Aostatal, Italien
Der grüne Stein aus den Westalpen ist ein Serpentinit, ebenfalls aus ehemaligem ozeanischem Gestein, mit heller Calcit-Aderung. Im Handel ist „Verde Alpi" auch ein Sammelname für mehrere grüne Steine der Region.
Warum das für dich zählt
So verschieden die Entstehung ist, zwei Dinge haben diese Steine gemeinsam:
- Sie lassen sich polieren. Deshalb tragen sie den Namen Marmor, und deshalb hilft ihnen eine Wachspolitur, wenn sie matt werden.
- Sie enthalten Calcit. Säure aus Zitrone, Essig oder Wein kann die polierte Oberfläche angreifen. Spritzer also lieber gleich abwischen.
Wie du deinen Stein reinigst und polierst, zeigt die Pflegeanleitung.